Das Motto der Europäischen Union lautet „In Vielfalt geeint“ und gemäß dieses Mottos sind in der EU 23 Sprachen als Amts- und Arbeitssprachen anerkannt. Die Bürger können sich in all diesen Sprachen an die Institutionen der Europäischen Union wenden und eine Antwort in derselben Sprache erwarten. So weit so gut. In der Alltäglichen Praxis werden aus Kosten und Zeitgründen aber nicht alle Dokumente in alle Sprachen Übersetzt. Als interne Arbeitssprachen fungieren die in Europa weit verbreiteten Sprachen Englisch, Französisch und eigentlich auch Deutsch. Aber um den Status der deutschen Spreche müssen deutsche Politiker immer wieder kämpfen, denn allzu oft werden Dokumenten dann doch nicht ins Deutsche übersetzt oder die Dolmetschung in deutscher Sprache bleibt aus. Anfang letzten Jahres wurde darum gerungen, dass unsere Sprache auch im neu einzurichtenden Europäischen Auswärtigen Dienst ihre Beachtung findet. Ginge es nach dem Umfeld der neuen EU Außenministerin Catherine Ashton, so würde in dieser Institution nur Englisch und Französisch gesprochen werden. Auf die deutsche Forderung nach Beachtung unserer Sprache wurde zunächst ablehnend reagiert und man äußerte die Befürchtung, dass dann auch Spanier und Italiener das selbe fordern könnten. Zum Glück ist es in diesem Fall letztendlich gelungen, die deutsche Position durchzusetzen. Aber während dieser Fall doch eher die Interna der EU betrifft, wirkt das Nichtveröffentlichen von Ausschreibungen der EU in deutscher Sprache sich zum Nachteil kleiner und Mittelständischer Unternehmen aus, die nicht unbedingt immer über die qualifizierten Übersetzer verfügen, die großen Firmen zur Verfügung stehen.
Wer sich jetzt fragt, warum die deutsche Sprache zumindest dem Französischen gleichrangig behandelt werden soll, obwohl sich doch Kosten sparen ließen, würde man sich die aufwendigen Übersetzungen sparen und warum etwa der italienischen Sprache nicht der selbe Rang zufallen sollte, der möge sich vor Augen führen, dass Deutsch die Muttersprache von fast 100 Millionen EU-Bürgern ist. Keine andere Sprache hat in Europa eine so große Zahl von „native Speakern“ – um dem Zeitgeist entsprechend mal den englischen Terminus zu bemühen. Dass verleiht der deutschen Forderung ihre Legitimation. Wenn wir die sprachliche Vielfalt gegen den immer weiter fortschreitenden Siegeszug des Englischen schützen wollen, dann müssen wir für unsere Sprache eintreten und sollten nicht vergessen, dass Sprache eben der hervorragendste Ausdruck einer Kultur ist. Ich halte es für nicht akzeptabel, wie häufig die größte Sprachgemeinschaft Europas um die angemessene
Damit ihr euch nun nicht auf meine Ausführungen verlassen müsst, sind hier noch ein paar Verweise.
Zum Fall des Europäischen Auswärtigen Dienstes:
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/eu-westerwelles-einsatz-fuer-die-deutsche-sprache_aid_492350.html
Aus Österreich:
http://derstandard.at/1269449621875/Europaeischer-Auswaertiger-Dienst-Oesterreich-und-Deutschland-wollen-Deutsch-als-Arbeitssprache
Älteres
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinEuropapolitik/053/th-5-die-eu-und-die-deutsche-sprache.html
http://www.welt.de/politik/article2038479/EU_diskriminiert_die_deutsche_Sprache.html
Die deutsche Sprache in Europa
Antworten
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